Juniorprofessur

Mit Einführung der Juniorprofessur im Jahr 2002 wurde neben der Habilitation ein weiteres Qualifizierungsmodell für die Professur geschaffen. Die Juniorprofessur ermöglicht jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern frühzeitig selbständiges Forschen und Lehren; zugleich sind die Juniorprofessorinnen und -professoren in die universitäre Selbstverwaltung eingebunden.

Voraussetzungen für die Berufung auf eine Juniorprofessur sind in der Regel eine herausragende Promotion und eine pädagogisch-didaktische Eignung. Darüber hinaus sollte die Promotions- und Beschäftigungsphase vor Beginn der Juniorprofessur nicht mehr als sechs – in der Medizin neun – Jahre betragen. Weitere fachspezifische Qualifikationsnachweise sind ggf. erforderlich.

Die Juniorprofessur unterteilt sich in zwei Phasen: Nach den ersten drei Jahren erfolgt eine Evaluation, die darüber entscheidet, ob die Juniorprofessur für drei weitere Jahre verlängert wird. Die Juniorprofessur kann auch mit einer Tenure Track-Option verknüpft sein. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass vor Antritt der Juniorprofessur ein Wechsel der Hochschule stattgefunden hat.

Der Fokus der Evaluation liegt auf der Forschungs- und Lehrleistung; aber auch Tätigkeiten im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung werden berücksichtigt. Nach dem sechsten Jahr erfolgt eine abschließende Bewertung, die – sofern eine Tenure Track-Option vorliegt – darüber entscheidet, ob die Berufung auf eine Professur auf Lebenszeit erfolgt.

Der Senat der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat 2004 hinsichtlich der Evaluation von Juniorprofessorinnen und -professoren Empfehlungen und Kriterien für die Evaluierung von Juniorprofessuren verabschiedet, die in unterschiedlicher Art und Weise in die Evaluierungsordnungen der einzelnen Fachbereiche eingegangen sind.

Der Senatsbeschluss benennt die zentralen Bereiche der Evaluation, macht Aussagen zu ihrem Ablauf und den wichtigsten Beurteilungskriterien. Die Evaluation wird durchgeführt von den einzelnen Fachbereichen, die eine entsprechende Kommission einsetzen. Die jeweilige Evaluation soll sich auf die Bereiche Forschung, Lehre und Engagement in der akademischen Selbstverwaltung beziehen. Die Details sind in den Evaluationsordnungen der einzelnen Fachbereiche nachzulesen.

Die JGU hat im Rahmen ihrer Zielvereinbarung mit dem zuständigen Ministerium festgelegt, künftig die Hälfte aller auszuschreibenden Juniorprofessuren mit Tenure zu versehen. Die Juniorprofessur kann allerdings nur dann wahrgenommen werden, wenn die Juniorprofessorinnen und -professoren vor Antritt ihrer Stelle die Hochschule gewechselt haben. Möglichkeiten einer "Hausberufung" an der JGU werden im Leitfaden für die Besetzung von Professuren an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dargelegt (Stand: 06.05.2011).