Postdoc-Phase

Als Postdoktorandin bzw. Postdoktorand gilt, wer sich nach erfolgreicher Promotion für eine weiterführende wissenschaftliche Karriere qualifizieren möchte und noch keine Festanstellung auf einer entsprechend wissenschaftlichen Stelle hat (siehe dazu auch die Regelungen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz).
Die Finanzierung während dieser Phase kann über Stipendienprogramme, Stellen an Hochschulen oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen, aber auch in der nationalen und internationalen Wirtschaft erfolgen.
Neben dem primären Ziel der wissenschaftlichen Qualifizierung dient die Postdoc-Phase auch der Orientierung über eigene Berufsziele. Diesen Funktionen folgend kann zwischen einer frühen Postdoc-Phase (recognised researchers) und einer fortgeschrittenen Postdoc-Phase (established researchers) unterschieden werden.

Frühe Postdoc-Phase

Die beiden ersten Jahre nach der Promotion dienen der Orientierung in der Wissenschaft hin zur Entwicklung eines eigenständigen und profilbildenden wissenschaftlichen Projekts jenseits der Dissertation. Hier liegt die Konzentration vorrangig auf der Verbreitung und Präsentation eigener Forschungsergebnisse. Hinzu kommen zunehmend Kompetenzen in Lehr- und Leitungspositionen. Auch der Aufbau wissenschaftlicher Netzwerke ist in dieser Phase wichtig. Spätestens mit Abschluss der Orientierungsphase sollte eine Entscheidung für eine wissenschaftliche Karriere oder eine Karriere außerhalb von Hochschulen bzw. außeruniversitärer Forschung getroffen werden können.

Fortgeschrittene Postdoc-Phase

Die fortgeschrittene Postdoc-Phase ist auf die Qualifizierung zur Professur ausgerichtet. Diese Phase zeichnet sich folglich durch einen zunehmenden Grad an wissenschaftlicher Selbstständigkeit und verstärkter Publikationstätigkeit aus. Ziel ist es, sich wissenschaftlich zu etablieren und das berufliche Kompetenzprofil den Berufungsanforderungen entsprechend abzurunden. Der Nachweis über die entsprechenden Qualifikationsvoraussetzungen kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Neben der Habilitation haben sich mittlerweile die Nachwuchsgruppenleitung und die Juniorprofessur als Qualifizierungswege etabliert. Zum Teil sind diese mit einer Tenure Track-Option versehen, die bei positiver Evaluation die Übernahme einer Lebenszeitprofessur im Anschluss an die Förderung beinhaltet.